Fast 80 Jahre gibt es sie nun, Deutschlands älteste Ferienstraße. Die Schwarzwaldhochstraße beginnt bei Baden-Baden und endet bei Freudenstadt. Sie ist 60 km lang und führt durch atemberaubende Landschaften und durch  Szenerien des Nordschwarzwaldes.  Die Schwarzwaldhochstraße, die kleinen badischen Städte, die direkt unterhalb liegen, die Naturschutzgebiete, der Nationalpark Schwarzwald, der Weitblick in die Täler, bei klarer Sicht bis zum Pfälzer Wald, das Berghotel und der Mummelsee, machen die Schwarzwaldhochstraße zu einem ganz eigenen touristischem Highlight.  Bis vor ein paar Jahren war es recht still um den Schwarzwald geworden, nachdem ein Flug nach Mallorca, oft kürzer war als eine Anreise in den Südwesten Deutschlands, Gut-Wetter-Garatnie inklusive.  Einige seit Jahren geschlossenen Hotels, wie das „Kurhaus Sand“ oder das „Hotel Hundseck“  oder die Alexanderschanze zeugen noch heute  von einer  touristischen Blütezeit die man gerne wieder hier erleben würde.


Hoch oben thront das Berghotel Mummelsee


Im Frühjahr 2009 wurde das neue Berghotel Mummelsee wiedereröffnet. Sobald die ersten Sonnenstrahlen den Winter vertreiben,  sonnen sich die Ausflügler in der Gartenwirtschaft des Hotels mit Blick auf den Mummelsee.  Die Innenarchitektur des Hotels verbindet Tradition mit Moderne, die Einrichtung ist sehr hochwertig. Viel Holz, kein Kitsch, das Essen regional. Wenn auf der Speisekarte ein Chateaubriand steht, dann ist das ein wenig eine Reminiscence an die großen Zeiten der Schwarzwaldhochstraße. Hier im Berhotel Mummelsee - so scheint es - leben diese Zeiten gerade wieder auf.


Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite


Früher herrschte im Schwarzwald ein oft unbeständiges, wechselhaftes Wetter. Der Klimawandel hat, so sehen zumindest wir das, für den Tourismus, seine positiven Auswirkungen gezeigt, ein Sommer ist wieder ein Sommer und ein Winter ein Winter im Schwarzwald. Und es gibt auch  stürmische Tage und regnerische. Dann kann es richtig ungemütlich werden. Doch wie heißt es so schön, es gibt kein schlechtes Wetter. Nur die falsche Kleidung. Zudem hat sich inzwischen die „Fernweh“ vieler Urlauber relativiert. Der Trend geht zum Urlaub in Deutschland, und hier steht der Schwarzwald, zählt er doch zu den Mittelgebirgen, an erster Stelle.


Die Schwarzwaldhochstraße - Wiederentdeckung als Urlaubsregion


Der Schwarzwald erlebt geradezu als wiederentdecktes, nicht weit entferntes Reiseziel eine Renaissance, mag dies an den schönen Landschaften liegen, an dem wiederentdeckten Naturbewusstsein, oder an den in den letzten Jahren verstärkt zunehmenden Beliebtheit von  Sommer- und Winter-Outdoorsportarten. Im Schwarzwald herrscht in jeder Richtung ein vielseitiges, qualitativ hochwertiges Angebot, ob es die Hotels, Gästehäuser und Pensionen sind (für jeden Geldbeutel ist da was dabei), oder eben die gut ausgebauten Nordic-Walking-, Mountainbike- oder Skilanglauf Trails durch das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Nur mit dem Schilderaufstellen nehmen es die Schwarzwälder es nicht so genau. Lange Diskussionen mit dem Schwarzwaldverein zum Thema erspare ich mir lieber.


In den Tälern,  rund um die Schwarzwaldhochstrasse,  richtet sich der Frühling ganz nach dem Kalender. Nicht so auf der Schwarzwaldhochstrasse. Hier gibt es Schnee satt oft noch bis Ende April. Um so schöner, den  Wandel der Jahreszeiten innerhalb weniger Kilometer zu erleben, sich die Märzsonne entweder in den grünen Tälern  - oder eben auf einem der Skipässe -  ins Gesicht scheinen zu lassen.


Blühende Landschaften entlang der Schwarzwaldhochstraße


Unzählige blühende Obstbäume auf Obstplantagen überraschen Sie im Frühjahr, wenn Sie die Schwarzwaldhochstrasse auf einer der vielen Abfahrten verlassen, um sich die kleinen und größeren Ortschaften mit Bilderbuchoptik und Ansichtskarten-Motiven,  anschauen. Auf den ersten Blick sieht die überwiegend weisse Blütenpracht aus, als hätte es gerade geschneit. Uns erinnert die Obstblüte an die Mandelblüte auf Mallorca. Wenn da keine Urlaubsgefühle auftauchen?  Genießen Sie die badische Küche, oder die mächtigen Schwarzwälder, reichlich mit Kirschwasser getränkt,  in einen der kleinen Landhauscafés und Restaurants. Die können das - richtig gut sogar!


Wandern von Herrenwies über Hornisgrinde bis zur Alexanderschanze


Im Juni sind  die Kirschen reif, hier stehen die Kirschbäume so dicht nebeneinander, dass man von Kirschwäldern sprechen könnte  Der Sommer ist auch die ideale Zeit für ausgiebige Wander- und Trekkingtouren. Herrlich,  die Wanderung auf die Badener Höhe zum Friedrichsturm oder zum Herrenwieser See, der Aufstieg zur Hornisgrinde, dem höchsten Berg des Nordschwarzwaldes mit 1164 m, dem Hornisgrindenturm, dem Hochmoor auf der Hornisgrinde, dem Dreifürstenstein, zum Mummelsees,  oder eine Wanderung durch den Naturpark des Schwarzwaldes am Ruhestein.


Ruhestein - Wildseeblick - Dunkle Augen - Karlsruher Grat - Brennter Schroten - Allerheiligen


Vielleicht besuchen Sie bei Ankunft erst einmal das Naturschutzzentrum Ruhestein. Gibt es eine Ausstellung, dann sollten Sie sich ein paar Minuten Zeit nehmen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind gerne gesehen. Hier können Sie sich auch im Detail über die verschiedenen Wanderrouten erkundigen,  wie eine Wanderung zum Wildseeblick.  Direkt neben dem Naturschutzzentrum Richtung Gaststätte „Grenzstüble“ befindet sich der erste Wegweiser. Folgen Sie dabei einfach der roten Raute. Die Strecke ist ca 5.5 Km lang, anstrengend dabei nur der „Aufstieg“, da man in „Serpentinen“ erst mal den Skihang raufkrackselt. bis zum Seekopf. Danach geht es über eine Hochebene ganz bequem weiter. Man kann natürlich auch statt des Aufstiegs den Sessellift nutzen...


Hier entsteht, inmitten des neugegründeten Nationalpark Schwarzwald bis Mitte 2018  eine aufwändig gestaltetes Besucherzentrum mit einem Skywalk.


Danach geht es an herrlichen grünen Wiesen Büschen und Bäumen, Heidekraut , ein wenig „Heidelandschaft“ vorbei bis zur Bergstation des Sesselliftes. es folgt das Eutingrab (Julius Eutin, Orientalist und Direktor der Universitätsbibliothek Straßburg) Dazwischen lehrreiche Hinweisschilder zur Geschichte, zur Flora und Fauna des Areals. Dann erblickt man auf der rechten Seite den Wildsee,der ein wenig an den Feldsee am Feldberg erinnert. Auch dieser Wildsee ist von einem Bannwald umgeben.  Von da an geht es zur  zur Darmstädter Hütte, wo man ein wenig ruhen kann und sich vielleicht mit Speis und Trank stärken kann.  Vor der Darmstädter Hütte führt dann geradeaus abwärts ein Weg zurück zum Ruhestein, wobei man auf der rechten Seite irgendwann einen „Durchblick“ passiert, von wo man das Mummelsee-Hotel sehen kann, denn man befindet sich inzwischen an der Westflanke des Seekopfes befindet.  


Weitere Wanderwege sind „Dunkle Augen“ - der vom Ruhestein über den Seekopf, den Wildseeblick,den Altsteigerskopf über das Seibelseckle bis zum Mummelsee führt, oder der fast ebenso weite Weg „Karlsruher Grat“ ,   für die 12 Km braucht man etwa 5 Stunden. In die entgegengesetzte Richtung bis zum Vogelskopf und zurück zum Ruhestein ist die Wanderroute „Brennter Schrofen“ die wiederum mit 6,5 Km recht kurz ist aber schwieriger als der Weg Wildseeblick, da der Höhenunterschied 250 m beträgt.  Nicht nur an heißen Tagen empfhielt sich eine Wanderung zur Wasserfallschlucht  und Kosterruine Allerheiligen. Ein schöner Rundweg, aber ordentlich schwer, da man ganze 520 Höhenmeter (!) zu überwinden hat. 4 Stunden dauert die Strecke, die 11 Km lang ist und nicht am Ruhestein, sondern ein paar Kilometer weiter weg auf dem Parkplatz nähe des Schliffkopfhotels



Der Herbst kann kommen und lässt viel erwarten


Das Herbstwetter ist meist trocken und sonnig. Überall sieht man die Winzer in den Berghängen die Trauben für den nächsten Wein zu ernten. Wanderer  sammeln die Esskastanien und Walnüsse, die fast überall von den Bäumen fallen. Geübte Pilzsucher kehren mit Steinpilzen und Maronen von ihren Streifzügen durch die Wälder zurück, die letzten Birnen und Äpfel hängen noch an den Bäumen. Ein besonderes Naturschauspiel bietet dann die Schwarzwaldhochstrasse, wenn eine Inversionswetterlage vorherrscht, heißt in den Tälern ist es kühler als auf den Berghängen, so dass  Wolken die beiden Luftschichten optisch reizvoll trennen,  und man praktisch wie aus einem Flugzeug auf die Wolken schauen kann.  


Wie „Leuchttürme“ strahlen die Flutlichtanlagen der Skipisten ins Tal


Erst im Spätherbst wird es dann etwas feuchter.  Kurze Zeit danach  und recht schnell nimmt der Winter die Landschaften auf den Bergen aber weniger in den Tälern ein.  Jetzt kehrt auch bei den Bauern des Schwarzwaldes die ruhigere Zeit ein, zumindest bleibt etwas Zeit um  aus den zur Maische der vergorenen Früchten der Region, insbesondere der Kirschen, aber auch Mirabellen, Birnen, Pflaumen,  ihre Schnäpse zu brennen - die  herrlichsten  Obstwässer der Welt! Die Skibetriebe entlang der Schwarzwaldhochstrasse haben jetzt  ihren Betrieb aufgenommen.  Nicht nur am Wochenende ist dann mächtig „was los“ an und auf  der Schwarzwaldhochstraße. Von Montag bis Sonntag von früh bis spät abends oft bis 22.00 Uhr, die Flutlichtanlagen leuchten selbst von fern wie Leuchttürme oder überdimensionale Reklametafeln einer Großstadt -  ins Land und in die Täler. Es wird Winter.


Hotels auf der Schwarzwaldhochstraße


Das Berghotel Mummelsee - Schwarzwald to go!


romantischer kann man im Schwarzwaldwald kaum Urlaub machen. Vor ein paar Jahren wurden nach einem  Brand das Hotel von Grundauf neu gebaut, rein optisch sieht es noch so aus wie früher. Die Restaurants und Nischen sind überwiegend holzvertäfelt, alles hell, kein Schwarzwaldkitsch, aber jede Menge Kuckucksuhren. Das muss so sein.


Die Zimmer modern, viel helles Holz, große Sproßenfenstern, modern eingerichtet mit dem Touch Schwarzwald. Im Restaurant ländliche Küche mit französischem Anklang, Der Schwarzwälder, der hier zum Kaffee serviert wird ist Weltspitze. Dazu gehört ein Andenken - und Lebensmittelgeschäft im Erdgeschoss und gegenüber in einem kleineren Bau. Die Preise sind so normal, dass auch Einheimische hier gerne kaufen, zum Beispiel das frisch vor Ort gebackene Holzofenbrot und der tolle Schinken aus der Region. Das ist Schwarzwald to go! Zum Mitnehmen. Mehr braucht man nicht um glücklich zu sein.


Das Hotel Schliffkopf nahe dem Ruhestein


Vier Sterne Superior, mit Pool auf 1025 m, die Zimmer eher gediegen, für die Gäste die es klassisch-schwarzwälderisch lieben. Wellness mit ausgeklügeltem Spa Programm. Man hat sich im Restaurant der Naturpark -Wirt-Küche verschrieben, also regionale Gerichte aus regionalen Produkten. Der Küchenchef tritt auch öfters im Fernsehen auf, hat zu Recht also einen hohen Bekanntheitsgrad








Schwarzwaldhochstraße im Sommer

Fotos von der Schwarzwaldhochstraße