Donaueschingen

Ein Sommer in Donaueschingen, hier und da ein Wochenende, oder mal zwei bis drei Tage aus dem Berufstrott raus und beim Golf entspannen. Das tut man bewusst in kleinen Schritten und wohl dosiert. Und genauso lässt sich Donaueschingen am besten genießen.  Wie kann man eine Stadt auf Anhieb lieben lernen?  Es kann so einfach sein.


Ein besonderer Anlass - und schon ist es passiert. Wie im wahren Leben - fast. Surreal fast -  so bewirbt sich die Stadt ganz unabsichtlich - und doch ein wenig spektakulär -  um neue Fans. Der Fürstenberg Polo Cup findet jedes Jahr  im Sommer in Donaueschingen statt. St. Moritz und  Sylt, in diese Tangente fügt sich dieses kleine eher verträumte Städtchen - zumindest an diesen Tagen - nahtlos ein. Im Herbst dann ein weiteres Highlight für Pferdesportfreunde: Das „CHI“ kurz genannte Internationale SD. Fürst Joachim zu Fürstenberg Gedächtnisturnier. Und gleichzeitig, heißt währenddem, noch ein Polo Event, der „Fürstenberg Trophy presented by Berenberg. “


Doch bereits im Frühjahr blüht das Städtchen an Brigach und Breg,  im Schwarzwald Baar Kreis auf.  Die vielen kleinen Cafés beginnen mit der Außenbestuhlung sehr früh,  mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Die „Frischluftsaison“ ist eröffnet. Südliches Dolce Vita. Vom Rathausplatz durch die Karlstraße schlendern, ein Stadtbild geprägt durch die Jahrhunderte, vornehmlich durch den Barock, die Gründerzeit und den Jugendstil. Die Geschichte ist in Donaueschingen allgegenwärtig:


Die Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen


Sehr interessant der „Abstecher zum Karlsplatz, hier befindet sich das Museum der Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen im Karlsbau. Prächtige Objekte aus fürstlichem Besitz, Waffen, Uniformen, das aufwändige Leben bei „Hofe“ im Fürstenbergischen Schloss. Einblicke auch in das politische Leben derer zu Fürstenberg, wie die Geschichte um Elisabeth zu Fürstenberg (eine geborene Prinzessin von Thurn und Taxis), die zusammen mit Herrn Joseph Freiherr von Laßberg, einem Schwager von Annette von Droste Hülshoff, auf dem Wiener Kongress, die Souveränität des Fürstentums wiederzuerlangen versuchte.  (Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 10.00 - 13.00 Uhr & 14.00 - 17.00 Uhr, sonn- und feiertags von 10.00 bis 17.00 Uhr durchgehend, nur April - Nov).


Die naturkundlichen Sammlungen - schaurig und schön


Eine weitere Sektion des Museums beinhaltet naturkundliche Sammlungen, jede Menge präparierte Wildtiere, Bären und Tiger, Adler, Gürteltiere, Saurier und Mammutknochen,  Gläser mit konservierten Schlangen, gestatteten Menschen in den vergangenen Jahrhunderten oft den einzigen Zugang zur wilden Fauna auf diesem und anderen Kontinenten.  Zugehörig sind ebenfalls die Gipsstatuen, Abdrücke antiker Skulpturen  und eine Mineraliensammlung. Ebenfalls Fossilien, die weitestgehend auf Grund und Boden der fürstenbergischen Besitztümer gefunden wurden.


Ganz „Fürstenberg Zeitgenössisch“


In direkter Nachbarschaft zur bereits bestehenden Fürstenbergischen Sammlung zeitgenössischer Kunst, unter anderem mit drei Werken von Anselm Kiefer, Maler und Bildhauer, geboren In Donaueschingen, ist  in den Kabinetten und im Oberlichtsaal ein weiteres Highlight seit 2011 hier zu sehen, „Fürstenberg Zeitgenössisch.“


Für alle Besucher die nicht gleich einen kognitiven Zugang zu den Kunstwerken erhalten, seien die Worte von Theodor W. Adorno ein Trost: „Wahr ist nur dasjenige Kunstwerk, das sich selbst nicht versteht.“ Er spielte auf das der Entstehung jeder Kunst innewohnenden, vom (mehr oder weniger konkreten) Willen ihres Schöpfers gleichsam befreiten Eigenleben an.


Ein Blick in die Vergangenheit hilft die Wurzeln unserer Kultur zu erahnen. Doch Kunst ist und wahr niemals rückwärtsgewandt, in vielen Fällen kann man ihr den Spiegel der Gesellschaft nicht absprechen. Wer als Besucher des Museums befürchtet, dass er beim Betrachten der Kunstwerke nicht gleich den kognitiven Zugang


Kunst ist auch nicht in der Zukunft, Kunst ist im hier und jetzt begründet. In Memorandum werden Kunstbeflissene mit Respekt zurückblicken auf unsere Zeit, unsere Schaffensperiode.


Mäzenatentum schafft Chancen


Fürstenberg zeitgenössisch wurden 2011 von Erbprinz und Erbprinzessin Christian und Jeannette zu Fürstenberg ins Leben gerufen, mit der Aufgabe,  Gegenwartskunst zu fördern, und Museumsbesuchern näherzubringen.  Die ausgestellten Künstler hatten direkten Einfluss auf die Gestaltung der Räumlichkeiten, in denen ihre Werke stehen.  So entstand ein Großes und ein  Ganzes, bei dem der Künstler den Raum über sein Werk hinaus einnimmt.


Zum Program gehört übrigens auch ein Stipendiatenprogramm auf dem Fürstenbergischen Schloss Heiligenberg am Bodensee,  wo junge Künstler während eines Sommers die Gelegenheit finden, sich inspirieren zu lassen und „ein“ Neues zu schaffen.  Ungezwungene Einblicke, auch in Bezug auf das sympathische Erbprinzenpaar,  kann man hier auf Instagram sehen - oder besser erleben.


Stadtkirche St. Johann


Zurück zur Karlstraße: Da ist der Hanselbrunnen und zwischen den Baumwipfeln ahnt man nicht nur die beiden Türme der -  im böhmischen Barock gebauten - Stadtkirche: St. Johann. Sie nähert sich, wenn man ihr näher kommt: Prächtig und groß, leuchtend gelb. Die Innenräume enttäuschen nicht. Sie wurde  2007-2009 durch das Engagement des ius patronatus Heinrich Fürst zu Fürstenberg komplett renoviert.


Die Musikschule und die Donaueschinger Musiktage


Rechts davon die Musikschule. Symbol für eine weitere Disziplin,  für die das Schwarzwaldstädtchen bekannt ist, die Donaueschinger Musiktage. Diese werden vom Südwestrundfunk und der Stadt Donaueschingen jährlich im Oktober veranstaltet. Ansinnen:  zeitgenössische  Musik einem breiten Publikum bekannt  - und vielleicht auch verständlicher  - zu machen.  Das Erbe,das  verpflichtet. Nicht vielen in bekannt, dass  im Herbst 1766 Leopold Mozart mit seinem siebenjährigen Sohn Wolfgang und seiner zwölfjährigen Tochter Nannerl 12 Tage Gäste im Donaueschinger Schloss waren. An neun Abenden zwischen 5:00 Uhr und 21:00 Uhr wurde musiziert wurde. Unvergessliche Tage für den jungen Mozart, bezeugt durch eine lebenslange Freundschaft zum Fürstenhaus.


Der Dianabrunnen - das Museum Biedermann und der Schlosspark


Nur ein paar Meter weiter der Diana Brunnen. Er erinnert seit mehr als 100 Jahre an die vielen Besuche von Kaiser Wilhelm der II., der auf Einladung von Max Egon II. zu Fürstenberg in den fürstenbergischen Wäldern auf die Jagd ging.  Von hier weiter über die Schützenbrücke, die über die Brigach führt zum Museum Biedermann, das sich der zeitgenössischen Kunst verschrieben hat und von da dann ein herrlicher Spaziergang durch den angrenzenden Schlosspark.


Das Donaueschinger Schloss


Das Schloss der Fürsten zu Fürstenberg wurde um das Jahr 1723, zu Beginn der Barockzeit in Deutschland,  errichtet. Eineinhalb Jahrhunderte später erhielt das Schloss sein heutiges Aussehen im Stil der Bel Epoque, bzw. Art Nouveau,  durch einen Pariser Architekten. Von außen leicht erkennbar durch den die Kuppel über dem Risalit / Corps de logis (Mittelteil). Einen gewissen zeitlichen Spannungsbogen bietet die Möbelierung und die Innenausstattung des Donaueschinger Schlosses, da hier die Stilelemente der Renaissance und des Rokoko überwiegen.


Renaissance • Barock • Rokoko • Bel Époque


Wir erinnern uns die Renaissance ist die Kulturepoche, die untrennbar mit Namen wie Tizian, Donatello, Leonardo Da Vinci, Macchiavelli in Italien,  William Shakespeare in England, und dem Cosmopoliten Erasmus von Rotterdam verbunden ist. Nicht zu vergessen die Familie de Medici, durch ihr Mäzenatentum wurde die Kulturepoche der Renaissance eingeläutet.

Die Renaissance fand vor der Barockzeit statt (in der das jetzige Schloss entstand, es gab vor dieser Zeit bereits ein Schloss auf gleichem Grund), während die Rokokozeit, die auch die Zeit des Wolfang Amadeus Mozarts war,  sich an die Kulturepoche des Barock unmittelbar anschloss.  Während die Barockzeit bekannt für ihren eher „ungehemmten prunkvollen Lebensstil der Herrschenden war, besann man sich in der Zeit des Rokoko auf ein eher bescheidenes Auftreten, Zurückgezogenheit, des Sichgehenlassens und Sichselbstgehörens, gepaart mit Gefühlsseligkeit und trotzdem... mit einem ganz unbescheidenen durch und durch dekadenten Lebensstils - nur halt eben nicht auf dem Präsentierteller in der Öffentlichkeit.


Eine Führung durch das Donaueschinger Schloss


Sollten Sie an einer Führung im Donaueschinger Schloss einmal teilnehmen, achten Sie auf die Dekorationselemente im Stuck und auf Holz, die an offene Muscheln erinnern, reichlich mit Gold oft optisch herausgehoben, rankenförmige Umrandungen an Möbeln, Schränken und Durchgängen, eher sich verjüngende, kraftvoll geschwungenen und doch - im Gegensatz zum Barock - eher feineren Linien. Stilelemente die später in der Bel Epoque wieder aufgegriffen wurde. Und so schließt sich auch der Kreis zu den Architekten des Schlosses.



Das Fürstlich Fürstenbergisch Archiv


Wer sich mit dem geschichtsträchtigen Boden der Stadt und des Fürstentums intensiv auseinander setzen möchte, des sollte sich Zeit nehmen (dienstags und donnerstags  geöffnet zwischen 14.00 und 17.00 Uhr)  Es beinhaltet heute die Dokumente und die Papiere aller fürstlichen Betriebe,  sowie private Schriftstücke und Nachlässe von fürstlichen Familienangehörigen. Im Laufe der Jahrhundert sorgten Archivare,  oft selbst bekannte Schriftsteller ihrer Zeit, für Ordnung, Aktualität und Historie. Die hier beheimateten Akten, Urkunden und Bücher stellen einen umfangreichen historischen Schatz dar. Zu ihnen zählen etwa 25 000 Pergamenturkunden.


Die alte Hofbibliothek - das Kinder- und Jugendmuseum


Das Kinder- und Jugendmuseum, glich nebenan, wurde erst vor wenigen Jahren ins Leben gerufen. Über 10.000 Besucher pro Jahr zählt das Museum, das als Projekt in den ehemaligen Räumlichkeiten der Alten Bibliothek entstand. Es befindet sich im 1. Obergeschoss, und ist in 4  Räume untergliedert: Raum des Wunderns, Raum der Natur, Raum der Technik und Raum Mensch. Die  Besucher können hier nicht nur „hinschauen“ - sondern mit Versuchsboxen und Exponaten arbeiten und Ergebnisse ergründen. Workshops und Führungen auf Anfrage.


It‘s Summertime in Donaueschingen


Wir empfehlen, insbesondere wenn es so richtig heiß ist die Strandbäder an den beiden Riedseen, Baggerseen zwischen Allmendshofen und Pfohren (zwei Stadtteile von Donaueschingen). Daneben und nur durch eine Waldzunge getrennt der „kleine Fischbachweiher - fast ein Geheimtipp für FKK Anhänger. Ein wahres Naturparadies in vielerlei Hinsicht zumal hier viele Wasservögel ihr Sommerrevier aufgeschlagen haben und man sich als Vogelkundler, am besten mit Fernrohr, beweisen kann (Störche und Schwäne, Weißbartseeschwalben, Reiherente, Blässhuhn und Lachmöve) Oder an ganz anderer Stelle, der Kirnbergsee bei Bräunlingen - da kann man außerdem angeln.


Wandern, Walken, Radeln


Wanderwege auf dem Fürstenberg, dem Schellenberg und entlang des Panoramaweges oder ins Donauquellgebiet. Eine ausgedehnte Wandertour durch die Wutachschlucht.  Mit der Konus Gästekarte (die in der Donaueschinger Kurtaxe enthalten ist) können Sie stress- und autofrei, mit dem Bus, die Wutachschlucht ohne Extrakosten  erreichen und die Wanderung durch die wilden Naturlandschaften, Wasserfälle, Gebirgsformationen, und eine fast unberührte Pflanzen- und Tierwelt genießen.  Walken und wandern, rund um Donaueschingen, hier einige nicht allzu lange Routen Unser Tipp für Wanderlustige:  ber die Baar ab Bahnhof Donaueschingen.  Radfahren: Donauradwanderweg von Donaueschingen nach Passau 584 Kilometer


Das Aquari Familienfreizeitbad


bietet mit großzügiger Poolanlagen (Innen- und Aussenbecken, Baby- und Kinderbecken, 52 Meter Rutsche) und Saunen 90°, 80°, 45°, Dampfbad, Salzruheraum und ein großzügiger Ruheraum mit Dachterrasse. Das aquari Familienfreizeitbad im Stadtteil Hüfingen


Glückliche Winterzeit in Donaueschingen


Im Winter wird es ruhiger in Donaueschingen, was nicht zuletzt daran liegt dass Donaueschingen auf der Hochebene Baar liegt, will heißen, dass man schon etwas fahren muss um einen Skilift zu erreichen. Aber, so wie im Sommer die Baarebene ideale für Radtouren ist, so ist sie für Skilangläufer geradezu ein Paradies im Winter . Da gibt es die kleine Loipe rund um den Öschberghof, die Hubertusloipe, die Bregtal-Loipe und die Aufener Loipe. Für sportliche oder romantische Momente:  Da ist die Eiswiese, vor hundert Jahren wurde hier im Winter das Eis gefroren um es anschließend in die Bierkeller der Brauerei zu bringen. Heutzutage wird hier Schlittschuh gelaufen, bis in die Abenddämmerung, denn die kommt schnell, im Winter, in Donaueschingen.






Fotos vom Fürstenberg Polo Cup

Fotos aus Donaueschingen